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Teppische

Der älteste erhaltene, in Knüpftechnik (Gördesknoten) hergestellte Perserteppich wurde 1942 von russischen Archäologen im Altai-Gebirge an der Grenze zur äußeren Mongolei gefunden. Er lag in einem skythischen Fürstengrab im Pazyryk-Tal, nach dem er dann benannt wurde. Auf Grund einer konservierenden Eisschicht hat er sich außerordentlich gut erhalten. Untersuchungen datieren den 200 x 180 cm großen Teppich in das 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. Seine Dichte, 3.600 Knoten pro qm, lässt bereits auf eine längere Knüpftradition schließen. Das Muster des Pazyryk-Teppichs besteht aus einer breiten Bordüre mit mehreren gemusterten Streifen sowie einem Elch- und Reiterfries, welche das schachbrettartige Mittelfeld umgeben. Der Stil des Teppichmusters gilt als persisch-achämenidisch.

Aus schriftlichen Quellen weiß man, dass bereits die Sasaniden über eine weit fortgeschrittene Teppichkunst verfügten. Fürstliche Teppiche waren aus feinster Seide gearbeitet, mit Gold- und Silberfäden durchwirkt und sogar mit Edelsteinen verziert. Ein solches Beispiel war der legendäre Baharestan-Teppich (=Frühlingsland).

Auch aus timuridischer Zeit (1370-1506) haben sich keine Originale erhalten. Jedoch gibt es sehr detaillierte Darstellungen als Abbildungen in der Miniaturmalerei, die sehr aufschlussreich sind. 
Zur Zeit der Safawiden-Dynastie im 16. und 17. Jahrhundert erreichte die persische Teppichkunst ihre höchste Blüte. Aus dieser Epoche stammt auch der berühmte Ardebil-Teppich. Die Perfektion dieses Werkes von 1539 zeigt, dass ihm eine lange technische und künstlerische Entwicklung vorausgegangen ist. Auch die Paläste prunkten bald im Schmuck herrlicher Wandbehänge und Teppiche. Aus dem Gebrauchsgegenstand wurde ein Prestigeobjekt. Die Teppichmuster wurden der Miniaturmalerei sowie der Kalligraphie entnommen. Es entstanden freie, religiös ungebundene, geometrische, florale und faunale Gestaltungen in unendlicher Vielfalt. In nachsawafidischer Zeit bildeten sich mehr und mehr Herstellungszentren heraus. So entwickelten sich unverwechselbare Charakteristika beim Teppichdekor für die verschiedenen Städte Persiens. Noch heute sind Täbriz, Isfahan, Kerman, Kashan, Mashhad, Qom, Nain u.a. wichtige Teppichstädte. Daneben gibt es noch die Teppichprodukte der Nomadenstämme, die häufig nach ihren Umschlagmärkten benannt werden. Sie sind rustikaler gearbeitet, aber auch sehr ausdrucksvoll und farbenfroh.